Warum Mozillas Bugzilla ein Datenschutz-Albtraum ist

Mozilla wird weithin mit Datenschutz in Verbindung gebracht. Deshalb verdient auch die Plattform zur Meldung von Fehlern besondere Aufmerksamkeit. Leider entsteht bei Mozillas Bugzilla-Instanz ein widersprüchlicher Eindruck: Wer einen Fehler melden oder an einer Diskussion teilnehmen möchte, muss damit rechnen, dass seine E-Mail-Adresse für andere registrierte Benutzer:innen sichtbar ist.

Keine einfache Datenschutzeinstellung

Bugzilla benötigt für ein Benutzerkonto eine E-Mail-Adresse. Es scheint jedoch keine Option zu geben, diese Adresse zu verbergen und das Konto trotzdem vollständig weiterzuverwenden. Je nach Seite und den jeweiligen Benutzerrechten können andere Bugzilla-Benutzer die E-Mail-Adresse eines Meldenden oder Kommentators herausfinden.

Sobald man als normaler Benutzer eingeloggt ist, kann man sich bei jedem bestehenden Bug-Ticket, durch einfaches Überfahren mit dem Mauszeiger, die E-Mail-Adressen aller dort beteiligten Personen im Klartext anzeigen lassen.

Das ist aus Datenschutzsicht problematisch. Fehlerberichte bleiben oft viele Jahre online. E-Mail-Adressen, die in langfristig zugänglichen technischen Archiven veröffentlicht werden, können von Spam-Bots, Datenhändlern oder beliebigen Personen gesammelt werden, die danach suchen.

Die Ausweichmöglichkeiten sind begrenzt

Eine häufig empfohlene Lösung besteht darin, ein separates Postfach oder eine E-Mail-Adresse wie „Firefox Relay“ zu verwenden. Das ist zwar sicherer, als eine private oder berufliche Adresse zu verwenden, stellt aber keine wirkliche Datenschutzlösung dar.

Auch die Alias-Adresse ist für andere Bugzilla-Benutzer sichtbar. Sie ersetzt lediglich die ursprüngliche Adresse durch eine andere, öffentlich erkennbare Adresse. Wird derselbe Alias an anderer Stelle verwendet, kann es außerdem möglich werden, Aktivitäten über verschiedene Dienste hinweg miteinander zu verknüpfen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Bugzilla-Konto zu deaktivieren. Das ist eher als Scherz gemeint! Das ist kaum praktikabel für Personen, die weiterhin Fehler melden, Fragen beantworten oder Diskussionen verfolgen möchten. Eine Datenschutzfunktion sollte nicht voraussetzen, dass Benutzer:innen den Zugriff auf die Plattform aufgeben.

Was Bugzilla anbieten sollte

Ein moderner Fehler-Tracker sollte Kommunikation und Identität voneinander trennen. Bugzilla könnte dieses Problem auf verschiedene Weise lösen:

  • E-Mail-Adressen standardmäßig vor normalen Benutzern verbergen.
  • Stattdessen ein Kontaktformular oder einen datenschutzfreundlichen Link zur Kontaktaufnahme anzeigen.
  • Benutzern ermöglichen, selbst festzulegen, wer ihre Adresse sehen darf.
  • Die tatsächliche Adresse nur Bugzilla-Administratoren und dem Benachrichtigungssystem zugänglich machen.
  • Eine verständliche Kontoeinstellung anbieten, die genau erklärt, wer die Adresse sehen kann.
  • Eine einfache Möglichkeit bereitstellen, identifizierende Kontodaten in alten Fehlerberichten zu entfernen oder zu anonymisieren.

Ein Kontakt-Link wäre besonders hilfreich. Er würde es Maintainerinnen und Maintainer ermöglichen, einen Reporter zu erreichen, ohne dessen E-Mail-Adresse für alle Personen sichtbar zu machen, die den Fehlerbericht lesen können.

Passt schlecht zu Mozillas Datenschutz-Image

Mozilla stellt Datenschutz als wichtigen Bestandteil seiner Identität dar. Umso enttäuschender ist es, dass es in Mozillas Bugzilla-Instanz offenbar keine offensichtliche Option zum Schutz der E-Mail-Adresse gibt.

Fehlerberichte müssen offen und durchsuchbar sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass die persönlichen Kontaktdaten des Reporters öffentlich zugänglich sein müssen. Technische Transparenz und der Schutz der Privatsphäre schließen sich nicht gegenseitig aus.

Solange Bugzilla keine geeignete Datenschutzfunktion anbietet, sollten Benutzer ein separates Postfach oder einen Alias verwenden, der nicht mit ihrer Hauptidentität verbunden ist. Das reduziert zwar das Risiko, sollte aber eigentlich nicht erforderlich sein.

Eine öffentliche Fehlerdatenbank sollte den Fehler sichtbar machen – nicht die privaten Kontaktdaten der Person, die ihn gemeldet hat.